KI-Leadgenerierung: woher die Kontaktdaten kommen, was ein Kontakt kostet und was für die Kaltakquise gilt (Oktober 2026)
KI-Tools für die Leadgenerierung durchsuchen eine Datenbank mit Geschäftskontakten und ergänzen KI für Listenaufbau und Recherche. Der Preis wird in Credits gezählt, nicht in Nutzerplätzen. Lusha verlangt 1 Credit für eine geprüfte E-Mail-Adresse und 5 für eine Telefonnummer, Apollo höchstens 1 Credit je E-Mail, und Cognism veröffentlicht gar keine Preise. Das rechtliche Risiko steckt in den Kontaktdaten. Nach der DSGVO muss die Person binnen eines Monats erfahren, woher die Daten stammen, und in Deutschland braucht eine Kalt-E-Mail selbst an eine Geschäftsadresse die vorherige Einwilligung.
- Ein Credit ist bei jedem Anbieter eine andere Einheit. Lusha berechnet 1 für eine E-Mail und 5 für eine Telefonnummer, Cognism 1 je abgerufenem Kontakt und Apollo höchstens 1 je E-Mail. Surfe und Amplemarket führen getrennte Kontingente für E-Mails und Telefonnummern.
- Telefonnummern sind knapp: Der Tarif Essential von Surfe enthält 3 E-Mail-Credits je Mobil-Credit, der Tarif Startup von Amplemarket 22,5 (13.500 gegen 600 je Nutzer und Jahr).
- Veröffentlichte Einstiegspreise im Oktober 2026 reichen von 39 US-Dollar je Nutzer und Monat bei Surfe (jährliche Zahlung) bis 600 US-Dollar im Monat für zwei Nutzer bei Amplemarket. Cognism nennt keinen.
- Apollo und Lusha beschreiben beide ein Netz von Beitragenden, über das Postfächer ihrer Kund:innen die Datenbank speisen. Im Dezember 2024 verhängte die französische Aufsichtsbehörde CNIL 240.000 Euro gegen Kaspr, weil der Anbieter LinkedIn-Kontaktdaten ohne Rechtsgrundlage sammelte.
- Die Regeln hängen von Kanal und Land ab. Deutschland verlangt für Kalt-E-Mails selbst an Unternehmen die vorherige Einwilligung. Frankreich und das Vereinigte Königreich erlauben B2B-E-Mails unter Bedingungen, der US-amerikanische CAN-SPAM Act kennt keine B2B-Ausnahme.
KI-Tools für die Leadgenerierung helfen Vertriebsteams, Unternehmen und Ansprechpersonen zu finden und dann E-Mail-Adressen und Telefonnummern zu ergänzen. Die meisten stützen sich auf eine große Datenbank mit Geschäftskontakten und setzen KI obendrauf. Dazu gehören Listen aus einer Beschreibung in normaler Sprache, Recherche zu einem Interessenten und eine Bewertung, wie gut ein Unternehmen passt. Unser Verzeichnis führt 25 Tools in der Nische Prospecting, darunter Apollo, Lusha, Cognism, Surfe und Leadfeeder.
Diese Marktanalyse klärt drei Dinge, die Käufer:innen der Funktionsliste nicht entnehmen können. Woher stammen die Kontaktdaten? Was kostet ein Kontakt, wenn man die Credits mitrechnet? Und welche Regeln gelten, wenn die Liste für Kaltakquise dient? Wir haben im Oktober 2026 die Preis- und Datenschutzseiten der Anbieter gelesen, die Gesetzestexte geprüft und das Ergebnis mit den Daten unseres Verzeichnisses verglichen. Wir sind unabhängig und werden von keinem dieser Anbieter bezahlt. Wir haben die Produkte nicht getestet, und wo ein Anbieter nichts veröffentlicht, sagen wir das.
Was KI-Tools für die Leadgenerierung tun und wo die KI sitzt
Ein Tool für die Leadgenerierung erledigt zwei Aufgaben. Es findet passende Unternehmen und Personen über Filter wie Branche, Unternehmensgröße, Position und Land. Danach ruft es die Kontaktdaten ab, meist eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer, und übergibt sie an ein CRM oder ein Tool für Mailsequenzen. Beim Abruf wird ein Credit berechnet.
Die KI sitzt vorn, bei Suche und Recherche. Apollo nennt KI-Recherche neben E-Mails, Telefonnummern und Anreicherung als Leistung, die Credits bezahlen. Leadfeeder führt in seinem Tarif Activate den Aufbau von Interessentenlisten mit KI auf, und in der Tariftabelle von Amplemarket stehen KI-Kaufsignale und ein Copilot. Leadfeeder nennt außerdem einen MCP-Server für KI-Assistenten, den der Anbieter als Beta kennzeichnet. Wir lassen ihn im Vergleich weg.
Nicht jedes Tool in der Nische Prospecting verkauft Personendaten. Leadfeeder erkennt Unternehmen, die Ihre eigene Website besuchen. Der Gratis-Tarif Lite deckt bis zu 100 erkannte Unternehmen im Monat ab, bei unbegrenzten Nutzern. Geprüfte E-Mail-Adressen und Telefonnummern beginnen im Tarif Activate ab 369 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung. Lusha, Surfe, Apollo und Cognism verkaufen die Kontaktdaten selbst. Hier werden Credits und Rechtsfragen zum Kern.
Woher die Kontaktdaten stammen: geteilte Postfächer, öffentliches Web und lizenzierte Anbieter
Apollo ist bei seinen Quellen ungewöhnlich genau. Die Information nach Art. 14 DSGVO nennt drei: ein Netz von Beitragenden, das Durchsuchen öffentlicher Websites und vertrauenswürdige Datenanbieter. Im Netz der Beitragenden teilen Kund:innen, die den E-Mail-Finder oder die Tracking-Funktionen von Apollo nutzen, Geschäftskontakte. Apollo schreibt, dazu könnten auch E-Mails gehören, die mit Ihnen ausgetauscht wurden. Lusha nennt vier Quellen: Mitglieder seiner Community, die Kontakte aus E-Mail-Kopfzeilen und Signaturen teilen, lizenzierte Partner, öffentliche Geschäftsinformationen und die eigene Auswertung von E-Mail-Mustern. Lusha sagt, es durchsuche keine Berufsnetzwerke und kaufe nicht bei Datenhändlern.
Apollo nennt als Rechtsgrundlage das berechtigte Interesse, das eigene und das seiner Kund:innen. Apollo und Lusha geben beide an, in Kalifornien als Datenhändler registriert zu sein. Cognism schreibt, es informiere die Geschäftskontakte seiner Datenbank innerhalb der DSGVO-Fristen und gleiche seine Daten mit 15 großen Sperrlisten für Werbeanrufe ab (Do-not-call- und TPS-Listen). Das sind Angaben der Anbieter, die wir nicht geprüft haben. Und nicht jeder Anbieter der Nische beschreibt seine Quellen so genau. Für Käufer:innen ist diese Lücke schon ein Befund.
Das Risiko ist real. Am 5. Dezember 2024 verhängte die französische Aufsichtsbehörde CNIL 240.000 Euro gegen Kaspr. Kaspr verkauft eine Browser-Erweiterung, die berufliche Kontaktdaten auf LinkedIn-Profilen anzeigt, und seine Datenbank enthielt rund 160 Millionen Kontakte. Die CNIL stellte Verstöße gegen die Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO), gegen die Begrenzung der Speicherdauer (Art. 5 Abs. 1 Buchst. e) und gegen die Informationspflichten (Art. 12 und 14) fest. Außerdem sammelte Kaspr auch Daten von Personen, die die Sichtbarkeit ihrer Kontaktdaten eingeschränkt hatten. Kaspr steht nicht in unserem Verzeichnis. Die Strafe traf den Anbieter, aber wer solche Daten für Direktwerbung nutzt, hat eigene Pflichten. Sie folgen weiter unten.
Selbst saubere Daten veralten. Lushas eigene Messung vom September 2026 ergab, dass 12,25 Prozent der US-amerikanischen Vertriebsleiter:innen innerhalb von zwölf Monaten die Stelle wechselten und 25,67 Prozent innerhalb von vierundzwanzig. Das ist eine Anbieterzahl für eine Gruppe. Sie erklärt aber, warum die Anreicherung nach Zeitplan läuft.
Zum Mitmachen · Daten
Vier Daten, die prägen, woher Kontaktdaten stammen dürfen
4. Okt. 2024
EuGH: wirtschaftliches Interesse kann berechtigt sein
Im Fall KNLTB entscheidet der Gerichtshof, dass ein wirtschaftliches Interesse ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO sein kann. Voraussetzung: Es ist rechtmäßig, die Verarbeitung ist unbedingt erforderlich und die Rechte der Person überwiegen nicht.
Was ein Kontakt kostet: die Definition des Credits entscheidet, nicht der Preis je Nutzer
Der Listenpreis sagt wenig, denn die Credit-Regeln bestimmen, was Sie abrufen können. Lusha berechnet 1 Credit für eine geprüfte E-Mail-Adresse und 5 für eine Telefonnummer. Apollo schreibt, es berechne für eine E-Mail nie mehr als 1 Credit und nur für E-Mails, die es prüfen kann. Cognism zählt 1 Credit je abgerufenem Kontakt, E-Mail und Telefon zusammen, und das Ansehen eines schon abgerufenen Kontakts kostet nichts. Surfe und Amplemarket verzichten auf einen gemeinsamen Topf und führen getrennte Kontingente für E-Mails und Telefonnummern.
Telefonnummern sind der knappe Posten. Der Tarif Essential von Surfe enthält 1.800 E-Mail-Credits und 600 Mobil-Credits im Jahr, also drei E-Mails je Mobilnummer. Im Tarif Pro sind es 12.000 gegen 1.200, zehn zu eins. Der Tarif Startup von Amplemarket enthält 13.500 E-Mail-Credits und 600 Telefon-Credits je Nutzer und Jahr, 22,5 zu eins. Wenn Ihr Vertrieb telefoniert, setzt das Telefonkontingent die eigentliche Grenze.
Lusha veröffentlicht die genaueste Preisstaffel. Starter kostet 49,90 US-Dollar im Monat für 400 Credits, Professional 69,90 US-Dollar für 600 Credits und 2 Nutzer, Premium 399,90 US-Dollar für 3.400 Credits und 5 Nutzer. Bei jährlicher Zahlung kostet Starter 449,10 US-Dollar im Jahr für 4.800 Credits. In den Monatstarifen werden ungenutzte Credits bis zum Doppelten des Credit-Limits des Tarifs übertragen. In den Jahrestarifen kommen alle Credits sofort an und verfallen am Jahresende. Die Credits von Apollo verfallen am Ende jedes Abrechnungszeitraums.
Andere Anbieter veröffentlichen weniger. Cognism führt Standard und Pro mit je 5 Plätzen und verkauft zusätzliche Credits, nennt aber keine Preise. Die Tariftabelle von Apollo lädt per Skript, daher konnten wir die Beträge nicht von der Seite lesen und nennen keine Zahl. Apollo nennt außerdem ein Limit für E-Mail-Credits: den kleineren Wert aus gezahltem Betrag geteilt durch 0,025 US-Dollar oder 1 Million E-Mail-Credits je Konto und Jahr. Das ergibt höchstens 40 E-Mail-Credits je gezahltem Dollar.
Zum Mitmachen · veröffentlichte Tarife
Was Anbieter veröffentlichen: Preis und Credits
Ein Klick auf die Spaltenüberschrift sortiert. Ein Credit ist nicht überall dieselbe Einheit, siehe die letzte Spalte.
| Amplemarket | Startup | 600 US-Dollar im Monat, Jahreslaufzeit | 2 Nutzer, 13.500 E-Mail- und 600 Telefon-Credits je Nutzer und Jahr |
| Apollo | Free / Basic / Professional / Custom | Beträge auf der Seite nicht lesbar | Credits für E-Mails, Telefonnummern, Anreicherung und KI-Recherche; sie verfallen mit jedem Abrechnungszeitraum |
| Cognism | Standard / Pro | Nicht veröffentlicht | Je 5 Plätze; 1 Credit = 1 abgerufener Kontakt (E-Mail und Telefon zusammen) |
| Leadfeeder | Lite / Discover / Activate / Scale | Gratis / ab 79 / 369 / 599 Euro im Monat, jährliche Zahlung | Erkannte Unternehmen; geprüfte E-Mails und Telefonnummern ab Activate |
| Lusha | Free | 0 US-Dollar | 40 Credits im Monat; 1 Credit je E-Mail, 5 je Telefonnummer |
| Lusha | Starter | 49,90 US-Dollar im Monat (449,10 im Jahr) | 400 Credits im Monat (4.800 im Jahr), 1 Nutzer |
| Lusha | Professional | 69,90 US-Dollar im Monat (629,10 im Jahr) | 600 Credits im Monat (7.200 im Jahr), 2 Nutzer |
| Lusha | Premium | 399,90 US-Dollar im Monat (3.599,10 im Jahr) | 3.400 Credits im Monat (40.800 im Jahr), 5 Nutzer |
| Surfe | Free | 0 US-Dollar | 20 E-Mail- und 5 Mobil-Credits im Monat |
| Surfe | Essential | 49 US-Dollar im Monat, bei Jahreszahlung 39 | 150 E-Mail- und 50 Mobil-Credits im Monat |
| Surfe | Pro | 89 US-Dollar im Monat, bei Jahreszahlung 79 | 1.000 E-Mail- und 100 Mobil-Credits im Monat |
Quelle: Preisseiten der Anbieter (Lusha, Surfe, Amplemarket, Leadfeeder, Cognism, Apollo), Stand 1. Oktober 2026
E-Mail-Credits je Telefon-Credit im Kontingent des Tarifs (13.500 zu 600, 12.000 zu 1.200, 1.800 zu 600). Hervorgehoben: der Tarif mit dem knappsten Telefonkontingent. Die Balkenlänge ist relativ zum längsten Balken. Quelle: Preisseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026.
Zum Mitmachen · Kostenrechner
Was kostet es, Kontakte mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer abzurufen?
Stellen Sie den Regler auf die Zahl der Kontakte pro Monat, für die Sie E-Mail-Adresse und Telefonnummer brauchen. Der Rechner zeigt den monatlichen Listenpreis jedes veröffentlichten Tarifs, der diese Menge abdeckt. Annahme: Listenpreise ohne Rabatt, keine Übertragung ungenutzter Credits. Amplemarket verlangt eine Jahreslaufzeit.
Lusha Free (1 Nutzer)
Free deckt 6 Kontakte (40 Credits)
40 Credits im Monat, 6 Credits je Kontakt
Lusha Starter (1 Nutzer)
49,90 $ pro Monat
im Jahr: 598,80 $
49,90 US-Dollar im Monat, 400 Credits
Lusha Professional (2 Nutzer)
69,90 $ pro Monat
im Jahr: 838,80 $
69,90 US-Dollar im Monat, 600 Credits
Lusha Premium (5 Nutzer)
399,90 $ pro Monat
im Jahr: 4.798,80 $
399,90 US-Dollar im Monat, 3.400 Credits
Surfe Free (1 Nutzer)
Free deckt 5 Kontakte (5 Mobil-Credits)
20 E-Mail- und 5 Mobil-Credits im Monat
Surfe Essential (1 Nutzer)
Essential deckt 50 Kontakte (50 Mobil-Credits)
49 US-Dollar im Monat bei monatlicher Zahlung, 150 E-Mail- und 50 Mobil-Credits
Surfe Pro (1 Nutzer)
89,00 $ pro Monat
im Jahr: 1.068,00 $
89 US-Dollar im Monat bei monatlicher Zahlung, 1.000 E-Mail- und 100 Mobil-Credits
Amplemarket Startup (2 Nutzer)
600,00 $ pro Monat
im Jahr: 7.200,00 $
600 US-Dollar im Monat bei Jahreslaufzeit, 600 Telefon-Credits je Nutzer und Jahr
Quelle: Preisseiten von Lusha, Surfe und Amplemarket, Stand 1. Oktober 2026. Apollo und Cognism fehlen, weil ihre Tarifbeträge nicht lesbar oder nicht veröffentlicht sind.
Wer in unserem Verzeichnis Prospecting-Tools verkauft und wer Preise veröffentlicht
Unser Verzeichnis führt 25 Tools in der Nische Prospecting. Bei 11 davon ist Prospecting die Hauptnische. Die übrigen führen es als zweite Nische, zum Beispiel Tools zum Versand von Sequenzen, zum Texten oder zur Messung von Website-Besuchen. 17 der 25 haben ihren Sitz in den USA, 1 in Deutschland.
Beim Preis bilden Freemium, Pauschale und auf Anfrage die größten Gruppen, mit je gleich vielen Tools. 8 Tools bieten einen Gratis-Tarif und 12 einen Gratis-Test. Leadfeeder erkennt Unternehmen auf Ihrer eigenen Website, statt eine Personendatenbank zu verkaufen, und sein Gratis-Tarif Lite hat kein Ablaufdatum.
Nur 4 Tools, 16 Prozent der Nische, können Kundendaten in der EU hosten oder bieten eine EU-Region. Sicherheitszertifikate sind verbreitet: 17 Tools nennen SOC 2, 10 nennen ISO/IEC 27001. Den Standard für KI-Managementsysteme, ISO/IEC 42001, nennt 2 Tool, Lusha, in seinen eigenen FAQ. Diese Zertifikate zeigen, wie ein Anbieter Daten schützt. Sie sagen nicht, woher die Daten stammen und ob Sie sie für Kaltakquise nutzen dürfen.
Preismodelle in der Nische Prospecting. Quelle: Datensatz ai-toolfinder.com, Stand 1. Oktober 2026.
Zum Mitmachen · unser Datensatz
Die Nische Prospecting im Datensatz erkunden
Alle Tools der Nische, auch die, die Prospecting als zweite Nische führen. Wählen Sie einen Filter und sehen Sie, wie viele der passenden Tools jedes Merkmal bieten. Der Strich markiert den Anteil über alle Tools.
14 in dieser Auswahl
Strich: Wert über alle (14)
Quelle: Datensatz ai-toolfinder.com, Stand 1. Oktober 2026
Ihre Pflichten nach der DSGVO, wenn Sie eine gekaufte Liste nutzen
Eine Liste zu haben ist ein Schritt, sie zu nutzen ein anderer. Ein Unternehmen, das Kontaktdaten von Dritten erhält, muss jede Person innerhalb einer angemessenen Frist informieren, spätestens nach einem Monat, und sagen, woher die Daten stammen (Art. 14 DSGVO). Menschen können der Direktwerbung jederzeit widersprechen, und danach dürfen ihre Daten dafür nicht mehr verarbeitet werden (Art. 21).
Zur Rechtsgrundlage sagt Erwägungsgrund 47, die Verarbeitung zu Zwecken der Direktwerbung könne als berechtigtes Interesse gelten, nach sorgfältiger Abwägung, die einschließt, was die Person vernünftigerweise erwarten kann. Im Oktober 2024 ergänzte der Europäische Gerichtshof: Ein wirtschaftliches Interesse kann ein berechtigtes Interesse sein. Es muss rechtmäßig sein, die Verarbeitung muss unbedingt erforderlich sein, und die Rechte der Person dürfen nicht überwiegen. Damit bleibt B2B-Ansprache im Grundsatz möglich. Für den Kanal, den Sie nutzen, beantwortet das die Frage aber nicht.
Kaltakquise nach Ländern: Deutschland verlangt Einwilligung, Frankreich und das Vereinigte Königreich erlauben B2B-E-Mails, die USA verlangen einen Abmeldeweg
Die EU-Richtlinie ePrivacy erlaubt Direktwerbung per E-Mail nur mit vorheriger Einwilligung der empfangenden Person (Art. 13 Abs. 1). Diese Regel ist für Teilnehmer geschrieben, die natürliche Personen sind. Für Unternehmen überlässt Art. 13 Abs. 5 den Schutz ihrer berechtigten Interessen den Mitgliedstaaten. Das ergibt einen Flickenteppich.
Deutschland ist der strengste Fall. § 7 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) wertet Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung als unzumutbare Belästigung, auch gegenüber Geschäftsadressen. Für Telefonwerbung gegenüber Unternehmen verlangt Nr. 1 zumindest die mutmaßliche Einwilligung. Die französische CNIL geht für Berufstätige den entgegengesetzten Weg. B2B-E-Mails sind ohne vorherige Einwilligung erlaubt, wenn das Angebot zum Beruf der Person passt, die Person informiert wurde und einfach widersprechen kann. Allgemeine Adressen wie info@ fallen aus den Regeln heraus.
Im Vereinigten Königreich sagt die ICO, Sie dürfen jede juristische Person anschreiben, aber Einzelunternehmer und manche Personengesellschaften gelten als Privatpersonen und brauchen eine Einwilligung. In den USA kennt der CAN-SPAM Act keine B2B-Ausnahme. Er verlangt, Abmeldungen innerhalb von 10 Werktagen umzusetzen, und jede verstoßende E-Mail kann bis zu 53.088 US-Dollar kosten. Kalifornien ergänzt einen Löschweg: Seit dem 1. August 2026 müssen registrierte Datenhändler Löschanträge der staatlichen Plattform DROP mindestens alle 45 Tage bearbeiten, bei einem Bußgeld von 200 US-Dollar je Tag und Antrag.
Zum Mitmachen · Selbsttest
Dürfen Sie diese Kalt-E-Mail an einen Geschäftskontakt senden?
Antworten Sie für eine empfangende Person. Der Test betrifft nur den Kanal E-Mail und lässt die Pflichten nach der DSGVO außen vor. Eine erste Orientierung, keine Rechtsberatung.
Sitzt die empfangende Person in Deutschland?
Fragen an den Anbieter vor dem Kauf
Der Vergleich oben lässt Lücken, die nur der Anbieter schließen kann. Stellen Sie allen dieselben Fragen schriftlich und legen Sie die Antworten zu Ihrer Auswahldokumentation. Ein Anbieter, der zu Credits und Quellen genau antwortet, hat sich vermutlich damit beschäftigt.
Machen Sie vor dem Vertrag einen kurzen Test: Nehmen Sie 50 Kontakte aus Ihrem eigenen Zielmarkt und zählen Sie zurückgewiesene E-Mails, falsche Nummern und Personen, die das Unternehmen verlassen haben. Prüfen Sie jedes Ergebnis gegen die Credits, die es gekostet hat. Dieser Test sagt mehr über den wahren Preis eines Kontakts als die Preistabelle.
Zum Mitmachen · Einkaufsliste
Fragen Sie jeden Anbieter schriftlich
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Häufige Fragen
Ist Kaltakquise per E-Mail nach der DSGVO erlaubt?
Die DSGVO allein verbietet sie nicht. Direktwerbung kann auf einem berechtigten Interesse beruhen, wenn Sie die Abwägung bestehen, die Person binnen eines Monats informieren und bei Widerspruch aufhören. Für E-Mail gelten zusätzlich eigene Regeln. Deutschland verlangt für Werbe-E-Mails die vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch an Unternehmen. Frankreich und das Vereinigte Königreich erlauben B2B-E-Mails unter Bedingungen.
Was kosten KI-Tools für die Leadgenerierung?
Die veröffentlichten Preise im Oktober 2026 beginnen bei 0 US-Dollar für die Gratis-Tarife von Lusha (40 Credits im Monat) und Surfe. Danach folgen 39 US-Dollar je Nutzer und Monat bei Surfe mit jährlicher Zahlung und 49,90 US-Dollar im Monat bei Lusha für 400 Credits. Amplemarket verlangt 600 US-Dollar im Monat für zwei Nutzer bei Jahreslaufzeit. Leadfeeder beginnt für die Erkennung von Unternehmen bei 79 Euro im Monat. Cognism nennt keine Preise, und zusätzliche Credits kosten extra.
Was ist ein Credit bei einem Tool für Leadgenerierung?
Ein Credit ist die Einheit, die der Anbieter berechnet, wenn Sie Daten abrufen. Bei Lusha kostet eine E-Mail 1 Credit und eine Telefonnummer 5. Bei Cognism kauft 1 Credit einen Kontakt mit E-Mail und Telefon. Apollo berechnet höchstens 1 Credit je E-Mail, und seine Credits verfallen am Ende jedes Abrechnungszeitraums.
Woher haben Tools für Leadgenerierung ihre Daten?
Die Anbieter nennen eine Mischung von Quellen. Apollo führt ein Netz von Beitragenden, öffentliche Websites und Datenanbieter auf. Lusha nennt Community-Mitglieder, die Kontakte aus E-Mail-Kopfzeilen und Signaturen teilen, lizenzierte Partner, öffentliche Geschäftsinformationen und die eigene Musteranalyse. Lassen Sie sich von jedem Anbieter die Quellenarten schriftlich nennen.
Muss ich Personen mitteilen, dass ich ihre Kontaktdaten habe?
Ja, wenn Sie die Daten nicht bei der Person selbst erhoben haben. Art. 14 DSGVO verlangt, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu informieren, spätestens nach einem Monat, und die Quelle der Daten zu nennen. Manche Anbieter schreiben, sie versendeten solche Hinweise selbst. Verantwortlich für Ihre eigene Nutzung bleiben Sie trotzdem.
Quellen
- Apollo, Preise und Informationen nach Art. 14 DSGVO (Stand Oktober 2026)
- Apollo, Credits erklärt
- Leadfeeder, Preise (Stand Oktober 2026)
- Amplemarket, Preise (Stand Oktober 2026)
- Lusha, Preise (Stand Oktober 2026)
- Apollo, Datenschutzerklärung
- Lusha, FAQ: Datenquellen, Zertifikate, Datenalterung (Stand Oktober 2026)
- Cognism, Compliance
- CNIL, Data scraping: KASPR fined 240,000 euros (Dezember 2024)
- Europäischer Gerichtshof, Rechtssache C-621/22 (KNLTB), Urteil vom 4. Oktober 2024
- California Privacy Protection Agency, DROP for data brokers (englisch)
- Surfe, Preise (Stand Oktober 2026)
- Cognism, Preise und Credits (Stand Oktober 2026)
- Datensatz ai-toolfinder.com, Nische Prospecting (Stand 1. Oktober 2026)
- DSGVO Art. 14: Informationspflicht, wenn die Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden
- DSGVO Art. 21: Widerspruchsrecht
- DSGVO Erwägungsgrund 47: berechtigtes Interesse
- Richtlinie 2002/58/EG (ePrivacy), Art. 13: Unerbetene Nachrichten
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 7: Unzumutbare Belästigungen
- CNIL, La prospection commerciale par courrier électronique (französisch)
- ICO, Electronic mail marketing (englisch)
- FTC, CAN-SPAM Act: A compliance guide for business (englisch)


